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Wenn man sich österreichische Silbergedenkmünzen anschaut, ist das fast so, wie wenn man in einem Geschichtsbuch mit Bildern blättert. Ihr kennt ja sicher alle den Maria-Theresien-Taler bzw. die originalgetreue Nachprägung der Münze Österreich. Dieser berühmteste und am meisten verbreitete aller Taler ist so bedeutend, dass 1967 ein 25-Schilling-Stück zu diesem Thema geprägt wurde – ähnlich dem Taler selbst. Zum 200. Todestag der großen Kaiserin im Jahr 1980 gab es dann eine 500-Schilling-Gedenkmünze. Über Maria Theresia konnten sich Leser dieser Zeitschrift im Rahmen der Millennium-Serie gründlich informieren. Das gilt ebenso für Kaiser Maximilian I., dessen 450. Todestag 1969 der Anlass für ein 50-Schilling-Stück war. Und über Prinz Eugen haben wir erst in diesem Jahr bei der Behandlung der 2-Schilling-Münzen der Ersten Republik gesprochen. Aber auch in unserer Zweiten Republik gibt es eine Prinz-Eugen-Münze, und zwar den 500er zu seinem 250. Todestag 1986.
Andreas Hofer, Erzherzog Johann und die Eisenbahn
Dem Tiroler Freiheitshelden wurde 1959
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eine 50-Schilling-Münze gewidmet, und 1984 kam zum Gedenken an den 175. Jahrestag des Tiroler Freiheitskampfes ein 500er heraus. Die Münze erinnert an den Aufstand der Bevölkerung Tirols, die 1805 gegen ihren Willen zu Bayern gekommen war. Durch Kämpfe am Bergisel im Jahr 1809 wurde Tirol vollständig befreit. Aber nach dem Frieden von Schönbrunn besiegten am 1. November 1809 in der vierten Schlacht am Bergisel Bayern, Franzosen und Italiener die Tiroler. Führer des Aufstands war der „Sandwirt“ Andreas Hofer (1767–1810). Er regierte auch kurze Zeit – vom 15. August bis 21. Oktober 1809 – von Innsbruck aus das Land. Nach der verlorenen letzten Schlacht am Bergisel musste er fliehen. Im Jänner 1810 wurde er auf einer Almhütte gefangen genommen und am 20. Februar 1810 in Mantua erschossen. Hofer war ein Vertrauter von Erzherzog Johann (1782–1859), der den Aufstand förderte. Eine 25-Schilling-Münze aus dem Jahr 1959 trägt dessen Porträt. Und auch auf der 100-Schilling-Silbermünze „1848 Revolution“, die 1994 in der großen „Millennium-Serie“ herauskam, ist er dargestellt. Nach der Niederschlagung des
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Aufstands verbot ihm sein Bruder, Kaiser Franz I., Tirol zu betreten. Nun wurde die Steiermark zu seinem Lieblingsaufenthalt. Kultstatus erlangte der volksverbundene Habsburger durch seine Ehe mit der Postmeisterstochter Anna Plochl aus Bad Aussee. Er war mit seinem Interesse für Natur, Technik und Landwirtschaft eine ganz außergewöhnliche Persönlichkeit. Die Gründung von Lehranstalten, Sparkassen, Versicherungen und anderen Institutionen geht auf ihn zurück. Er wurde Landwirt, Fabrikant und sogar Bürgermeister. Im Rahmen seiner Unternehmertätigkeit entstand 1835 die erste Eisenschienenbahn auf dem europäischen Kontinent. 1837 fuhr die erste österreichische Dampfeisenbahn auf der Strecke Floridsdorf–Deutsch-Wagram. Eine 500-Schilling-Münze des Jahres 1987 erinnert an 150 Jahre Eisenbahn in Österreich. Diese Nordbahn wurde 1858 bis Krakau ausgebaut. 1839 bis 1842 entstand die Linie Wien–Gloggnitz. Zwischen 1842 und 1859 baute man das Südbahnnetz bis Triest aus. 1848 bis 1854 errichtete Freiherr Ritter von Ghega über den Semmering die erste Gebirgsbahn Europas. Mit der Eisenbahn kommen wir der modernen Zeit näher.
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