Teil 8

Drei Dichter haben das österreichische Theater geprägt wie wenige andere: Franz Grillparzer, Johann Nestroy und Ferdinand Raimund. Entsprechend ihrer Bedeutung wurden ihnen schöne Silbermünzen gewidmet: Zu Ehren von Grillparzer gibt es eine 25-Schilling-Silbermünze, die 1964 herauskam. Auch Raimund wurde ein silberner 25er gewidmet, und zwar 1966. Zu Nestroys 175. Geburtstag erschien 1976 eine 100-Schilling-Münze in Silber. Ihr kennt natürlich alle drei Dichter aus der Schule oder auch von Theateraufführungen. Franz Grillparzer, der „Nationaldichter“, wird heute manchmal als Repräsentant vergangener Dichtung abgetan. Viele seiner Stücke haben aber bis heute „Saft und Kraft“, z. B. König Ottokars Glück und Ende mit der Liebeserklärung an den Österreicher. Grillparzer (1791 bis 1872) wurde 1832 Direktor des Hofkammerarchivs. Trotz seiner Beamtenlaufbahn war er sein Leben lang leidenschaftlicher Dichter. Schon in seiner Studentenzeit hatte er sich als Dramatiker versucht. Reisen führten ihn ins Ausland. 1826 kam es zur Begegnung mit Goethe. Seine bekannten Stücke Des Meeres und der Liebe Wellen und Weh dem, der lügt waren bei den Uraufführungen leider Mißerfolge. Später kam es zu gefeierten Aufführungen. Es gibt viele gute Gründe dafür, daß Grillparzer immer wieder auf den heutigen Theater-Spielplänen steht. Ferdinand Raimund hieß eigentlich Raimann. Er lebte von 1790 bis 1836. Er war nicht nur ein Märchendichter, wie es sie so in anderen Ländern nicht gibt, auch seine Laufbahn war märchenhaft. Er kam nämlich als Verkäufer von Gebäck ans Burg-theater. Ab 1808 war er Schauspieler bei Wandertruppen. Sein Durchbruch kam 1814–17 am Theater in der Josefstadt. Im Theater in der Leopoldstadt wurde 1823 sein Zauberspiel Der Barometermacher auf der Zauberinsel aufgeführt. Damit wurde er anerkannter Theaterautor. Von 1828 bis 1830 war er Direktor dieses Theaters. Ihr kennt natürlich Stücke wie Der Alpenkönig und der Menschenfeind oder Der Verschwender von ihm. Auch in Zeiten von „Action“ und „Comedy“ lohnt es sich, den Humor und die Weisheit in seinen Stücken zu entdecken. Dabei war Raimund sehr melancholisch. 1836 nahm er sich das Leben, weil ihn ein Hund gebissen hatte und er glaubte, daß er ein Opfer der Tollwut geworden war. Johann Nepomuk Nestroy (1801 bis 1862) war zunächst Opernsänger. Als Schauspieler kam er 1832 ans Theater an der Wien. Sein erster großer dichterischer
Erfolg war 1833 die Zauberposse Der böse Geist Lumpacivagabundus, die bis heute Paraderollen für große Schauspieler bietet. Ironie und Wortwitz beherrschen seine Stücke, wie Der Talisman oder Einen Jux will er sich machen. Seine unverwechselbaren „Possen mit Gesang“ enthielten herrliche Rollen für ihn selbst und seinen Kollegen Scholz. Ideen zu seinen Stücken holte er sich ungeniert von französischen, englischen und deutschen Komödien. Soweit diese drei wichtigen Dichter. Das nächstemal wollen wir uns anhand von Silbermünzen mit der Geschichte beschäftigen.

           

25-Schilling-Silbermünze Franz Grillparzer                                  100-Schilling-Silbermünze Johann Nestroy

25-Schilling-Silbermünze Ferdinand Raimund

   
Seit 16. Juni gibt es den Kursmünzensatz 2010 HGH und die neue 5-Euo-Silbermünze
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