Teil 6

Was haben der berühmte Chirurg Professor Billroth, Walther von der Vogelweide und die Karlskirche gemeinsam? Alle drei sind auf 2-Schilling-Gedenkmünzen der Ersten Republik als ausgesprochen österreichische Motive zu finden. Dabei kam Prof. Dr. Theodor Billroth aus Deutschland. Er wurde nämlich 1829 auf der Insel Rügen geboren und starb 1894 in Abbazia. In Wien aber fand er seine segensreiche Wirkungsstätte. Der bedeutende Vertreter der Wiener Medizinischen Schule war ab 1867 Universitätsprofessor in Wien. Als erster hat er Magenkrebs durch Entfernung eines Teils des Magens erfolgreich bekämpft. Er führte auch Kehlkopfoperationen durch. Die Mischnarkose mit Äther und Chloroform stammt von ihm. 1929, anläßlich seines 100. Geburtstags, kam das 2-Schilling-Stück zu seinen Ehren heraus. Heute kostet es im Münzhandel etwa öS 250,–. Jetzt machen wir einen ganz großen Sprung zurück ins Mittelalter. Über Walther von der Vogelweide wissen wir nicht viel Konkretes, außer daß er der bedeutendste und erfolgreichste Minnesänger des Mittelalters war. Das allerdings ist wichtig genug. Beim Minnegesang ging es meist um – unerfüllte – Liebe zu edlen Damen. 500 Strophen und 150 Sprüche sind von ihm überliefert. Er soll um 1170 geboren und um 1230 in Würzburg gestorben sein. Aus seinem Werk ist zu schließen, daß er zunächst in Wien als Minnesänger wirkte, bevor er als fahrender Sänger von Hof zu Hof reiste. 1930 wurde das wahrscheinlich 700. Todesjahr zum Anlaß für eine 2-Schilling-Silbergedenkmünze genommen. Der Preis der Münze beträgt heute im Handel ungefähr öS 100,–. Hinter der dritten Münze stehen gleich zwei große Künstler, nämlich Fischer von Erlach, Vater und Sohn. Anlaß selbst ist aber die Karlskirche bzw. der 200. Jahrestag der Vollendung der Karlskirche. Hattet Ihr schon einmal Gelegenheit, Euch dieses Prachtgebäude anzuschauen? Bewußt wurde eine Vielfalt von Baustilen verwendet. Was soll man hervorheben? Die Triumphsäulen, den römischen Tempelportikus, die Glockentürme oder die innere Pracht? Karl VI. ließ die Kirche zum Dank an den Pestpatron Karl Borromäus erbauen. Von 1716 bis zu seinem Tod, 1723, baute Johann Bernhard Fischer von Erlach daran. Er war der erste große Baumeister des österreichischen Barocks. Vollendet wurde die Karlskirche von seinem Sohn, Joseph Emanuel Fischer von Erlach, im Jahr 1737. Die 2-Schilling-Gedenkmünze aus dem Jahr 1937 kann eine erste Vorstellung von der Pracht des Baus geben. Heute wird diese Münze um etwa öS 250,– gehandelt. Auch beim nächstenmal werden wir uns wieder wichtige Münzmotive anschauen und Euch mitteilen, was zu diesen Motiven geführt hat. Das Wie und Was wird heute noch nicht verraten. Interessant wird es auf jeden Fall.

                

Professor Billroth                    Walther von der Vogelweide                        Die Karlskirche

   
Seit 16. Juni gibt es den Kursmünzensatz 2010 HGH und die neue 5-Euo-Silbermünze
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