Teil 2

Franz Klammer

Volle Schußfahrt, die Schi verlieren jeden Bodenkontakt: Wie ein Geschoß fliegt der Mensch durch die Luft – wird glücklicherweise in den Fangnetzen abgefedert. Die Nation hielt vor dem Fernseher den Atem an, als Hermann Maier im vergangenen Februar im japanischen Nagano diesen unmöglichen spektakulären Sturz – mehr oder weniger – heil überstand. Und unverdrossen holte er sich anschließend zweimal Gold. Damit war wieder ein überragender Star geboren, der an die Tradition eines Toni Sailer, eines Egon Zimmermann und anderer Größen anschloß.

Münzen erzählen

Wer Sport- oder Olympia-Motive sammelt, kennt vielleicht die 50-Schilling-Münze mit dem Schiflieger aus dem Jahr 1964 – oder die vier Olympia Motive auf den Hundertern, die 1974, 1975 und 1976 herauskamen. Was sagen uns diese Prägungen? Für alle, die es noch nicht wissen: Österreich bzw. Innsbruck waren bereits zweimal Austragungsstätte der Olympischen Winterspiele, nämlich 1964 und 1976. Das zweitemal kamen – zum Teil schon in den Jahren vorher – gleich vier Münzen heraus. Da aber auf Wunsch der Tiroler Landesregierung drei

der Münzen nicht nur in Wien, sondern auch in Hall geprägt wurden, gab es zu den Spielen ‘76 sogar sieben verschiedene Münzen (davon drei Motive welche mit dem Tiroler Adler auch in Hall i.T. geprägt wurden).

Reichlich Schnee – nur zu spät

Und was tat sich 1964 – lange vor Eurer Geburt – in Innsbruck? Petrus spielte nicht mit. Denn es herrschte Föhnwetter, und der Schnee war „gut, aber aus“. 25.000 Tonnen der weißen Pracht mußten aus Hochtälern herbeigebracht werden. Die Österreicher schnitten allerdings als Zweitplazierte (nach inoffizieller Wertung) auf den mageren Pisten gut ab. Viermal gab es Gold, fünfmal Silber und dreimal Bronze. Egon Zimmermann wurde damals Abfahrtssieger, während sich Karl Schranz im Riesenslalom mit Silber zufriedengeben mußte. Ebenfalls Gold holte sich Christl Haas im Abfahrtslauf. Regine Heitzer konnte ihren Eiskunstlauf „versilbern“, und Traudl Hecher wurde Dritte in der Abfahrt. Das sind doch alles Namen, die Ihr zumindest schon einmal gehört habt – oder? Übrigens – am Tag nach der Schlußfeier fiel dann der Schnee, der nun nicht mehr so wichtig war. Die Winterspiele 1976 standen im Zeichen des „goldenen“ Franz Klammer. In der Abfahrt lag der Schweizer Bernhard Russi lange vorn. Dann kam

links: 50-Schilling-Münze "Olympische Winterspiele 1964 Innsbruck"
rechts: 100-Schilling-Münze "Olympische Winterspiele 1976"

Karl Schnabl

Klammer mit der Startnummer 15. Er ging aufs Ganze und machte Russi mit einem Vorsprung von 33 Hundertstelsekunden die Goldmedaille abspenstig. Im Spezialspringen auf der 90-m-Schanze siegte Karl Schnabl vor Toni Innauer. Neben den beiden Goldmedaillen gab es für Österreich noch je zwei Silber- und Bronzemedaillen.

Gedenkmünzen – Sammlerstücke mit Aussagewert

So können Euch Münzen, die zu einem Ereignis geprägt wurden, in eine lebendige Vergangenheit führen. Vielleicht sind diese Olympiamünzen Anlaß dafür, sich überhaupt eingehender mit Olympischen Winterspielen zu beschäftigen. Nachschlagewerke informieren heute noch über die Triumphe von Toni Sailer in Cortina d’Ampezzo 1956, über die Erfolge von Annemarie Moser-Pröll in Lake Placid 1980 usw. Vielleicht könnt Ihr auch Bücher oder Videos auftreiben. Gedenkmünzen sind also nicht nur Geld, das seinen Nennwert auch behält, wenn der Euro kommt. Gedenkmünzen sind überdies Sammlerstücke mit einer Geschichte.

   
Seit 16. Juni gibt es den Kursmünzensatz 2010 HGH und die neue 5-Euo-Silbermünze
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