Teil 16

Die letzte Ausgabe von „DIE MÜNZE“ war Herzog Rudolf IV., „dem Stifter“, gewidmet. Der Beiname wurde an Hand der neuen Sondergedenkmünze „Das Mittelalter“ klar. Sie zeigt Rudolf auf der einen Seite und widmet sich auf der anderen der Wiener Universität, die er gegründet („gestiftet“) hat. Das Thema wurde übrigens schon 1965 auf einer 50-Schilling-Münze behandelt, auf der ebenfalls Rudolf abgebildet ist. Damals feierte man „600 Jahre Universität Wien“ und so heißt diese Münze auch. Die 1365 gegründete Universität hatte anfangs drei Fakultäten: eine so genannte „Artistische“ sowie die Medizinische und die Juridische, später kam eine Theologische Fakultät dazu. Ihre erste Blütezeit erlebte die Universität um 1500. Nach 1848 erlangte sie internationales Ansehen – auch durch die berühmte „Wiener Medizinische Schule“. Das war eine fortschrittliche Richtung der Medizin, der wir große Ärzte und wichtige Heilmethoden verdanken. Die ersten Vorlesungen fanden in der Bürgerschule zu St. Stephan statt. Später gab es verschiedene Gebäude, darunter die „Alte Universität“ neben der Jesuitenkirche in der Wiener Innenstadt. 1873–84 wurde die Universität am Ring erbaut. Mehr als ein Drittel aller Studenten in Österreich besucht die Wiener Universität. Universitäten waren und sind Ausgangspunkte und Zentren unserer Kultur. So ist es nur recht und billig, dass auch andere der großen österreichischen Lehrstätten auf Münzen verewigt sind. 1970 kam der Fünfziger „300 Jahre Universität Innsbruck“ heraus, der Kaiser Leopold I., den Gründer, in seiner ganzen kaiserlichen Pracht zeigt. Nach der Umwandlung in ein Lyzeum sorgte Kaiser Franz I. 1827 für die neuerliche Errichtung als Universität. Nach 1848 kam es zur Weiterentwicklung der Universität besonders durch die Medizinische Fakultät. 1941–45 wurde die Innsbrucker Uni zur „Deutschen Alpenuniversität“. 1966 entstand eine Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur und 1975 erfolgte die Gliederung in sieben Fakultäten. „350 Jahre Universität Salzburg“ wurden 1972 mit einer 50-Schilling-Münze gefeiert, die das Wappen der Universität zeigt. Fürsterzbischof Paris Lodron hat sie 1622 eröffnet. Zur Philosophie und Theologie kamen ab 1753 in vollem Umfang auch juridische Vorlesungen. Ab 1804 entstand die Medizinische Fakultät. Nach der Angliederung an Bayern 1810 fand die Aufhebung dieser Universität statt. 1816 unter österreichischer Herrschaft gab es neuerlich eine Theologische Fakultät, aber erst 1962

war die Universität wieder eine staatliche Einrichtung. 1985 erschien eine 500-Schilling-Münze mit der Bezeichnung „400 Jahre Karl-Franzens-Universität Graz“. Sie zeigt ebenfalls den Gründer, Erzherzog Karl II. von Inner-Österreich. Auch an dieser Universität begann es mit Philosophie und Theologie. 1778 kam es zur Errichtung der Juridischen Fakultät. Mit der Medizinischen Fakultät gewannen ab 1863 die naturwissenschaftlichen Fächer an Bedeutung. 1975 entstand eine neue Struktur. So wurden u. a. eine Sozial- und eine Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät ins Leben gerufen. Es gibt auch einen Fünfundzwanziger „150 Jahre Technische Hochschule Wien“, der 1965 erschienen ist, und einen Fünfziger „Hochschule für Bodenkultur in Wien“ aus dem Jahr 1972. Beide Institutionen tragen inzwischen die Bezeichnung Universität. Man findet also allein in Österreich etliche interessante und trotzdem leicht erschwingliche Münzen zu diesem wichtigen Kulturthema. Damit endet diese Serie. Im nächsten Jahr starten wir speziell für euch einen Streifzug durch die gesamte Geldgeschichte – vom Beginn der Zahlungsmittel an. Da wird es vieles geben, das euch interessiert.

        

50-Schilling-Silbermünze "600 Jahre Universität Wien"                      50-Schilling-Silbermünze "350 Jahre Universität Salzburg"

                            50-Schilling-Silbermünze "300 Jahre Universität Innsbruck"               500-Schilling-Münze "400 Jahre Universität Graz"

   
Seit 16. Juni gibt es den Kursmünzensatz 2010 HGH und die neue 5-Euo-Silbermünze
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