Teil 15

Wie ihr wisst, könnt ihr in dieser Serie anhand von Münzmotiven einiges über Interessantes und Sehenswertes in unserem Land erfahren. Da gibt es z. B. aus dem Jahr 1961 einen 25er mit dem offiziellen Titel „40 Jahre Burgenland“. Als Motiv dafür wurde die Kalvarienbergkirche in Eisenstadt gewählt. Dieses schöne Kirchlein ist schon deshalb etwas Besonderes, weil es auf einem künstlich errichteten Berg inmitten von Häusern steht. Dabei geht der Passionsweg auch durch Kapellen und Höhlen. In der anschließenden Bergkirche ruht der große Joseph Haydn im Haydn-Mausoleum. Bis 1954 fehlte allerdings sein Kopf. Er war „aus Verehrung“ gestohlen worden und landete bei der „Gesellschaft der Musikfreunde“ in Wien, bis er schließlich nach Eisenstadt überführt wurde. Aus dem Jahr 1984 stammt die 500-Schilling-Silbergedenkmünze „700 Jahre Stift Stams“. Auf der Münze kommt das Tiroler Zisterzienserstift in seiner vollen Pracht zur Geltung. Es ist eine Stiftung aus dem Jahr 1273. Die Klosteranlage mit der Kirche und dem Kloster wurde 1284 vollendet. Im 15. Jahrhundert begann man mit Umbauten. Im Wesentlichen entstand die heutige Form des Konventbaus von 1440 bis 1660.

Um den Hof erhebt sich der mächtige Bau in zwei Geschossen, die 1661 bis 1662 von einem Gastmönch erlesen ausgemalt wurden. Diese Malereien sind freigelegt und heute wieder zu sehen. Ende des 17. Jahrhunderts entstand der Westtrakt. Erst 1738 waren die gestalterischen Arbeiten der Anlage abgeschlossen. 1986 feierte man „300 Jahre Barockstift St. Florian“ ebenfalls mit einem schönen Silber-Fünfhunderter. Aus der Vogelperspektive ist auf der Münze das imposante Rechteck der Anlage zu sehen. Schon um 800 war hier ein Kloster entstanden, aus dem 1071 ein Augustiner-Chorherren-Stift wurde. Den Grundstein zum heutigen Bau legte man 1686. Zu den beteiligten Baumeistern gehörte u. a. Jakob Prandtauer. Das Stift zählt zu den prächtigsten Klosteranlagen Österreichs. Auch in der Musikwelt hat St. Florian eine besondere Bedeutung, spielte doch Anton Bruckner in den Jahren 1845 bis 55 hier die Orgel.

„850 Jahre Benediktinerabtei St. Georgenberg-Fiecht“

heißt eine andere 500-Schilling-Münze, die 1988 herauskam.

Das Münzbild zeigt die Wallfahrtskirche St. Georgenberg und das Kloster in Fiecht. Ursprünglich lagen Kirche und Kloster an derselben Stelle auf hohem Felsen. Nach mehreren Bränden wurde das Kloster aber 1707–10 in Fiecht im Inntal neu aufgebaut und 1868 restauriert. St. Georgenberg wird schon vor 1000 urkundlich genannt. Das Jubiläum geht darauf zurück, dass das ursprüngliche Kloster den Benediktinern 1138 übergeben wurde. 1733–35 kam es zu barocker Umgestaltung der Kirche St. Georgenberg. Wenn ihr einmal in die eine oder andere der Gegenden kommt, die hier erwähnt wurden, dann lasst euch die Gelegenheit nicht entgehen, die entsprechenden Kirchen oder Klöster anzuschauen. Jeder Bau hat seinen eigenen Reiz und ist lebendige Geschichte. Jetzt noch ein Hinweis: In diesem Heft spielen das Mittelalter und Herzog Rudolf IV., „der Stifter“, eine wichtige Rolle. Dieser Herzog hat den Weiterbau des Stephansdoms gefördert und die Wiener Universität gegründet. Der Stephansdom wurde in dieser Serie schon behandelt. In der nächsten Folge sprechen wir über die 50-Schilling-Münze zur Wiener Universität und über andere österreichische Universitäten, die durch Prägungen gewürdigt wurden.

        

25-Schilling-Silbermünze "40 Jahre Burgenland"                                500-Schilling-Silbermünze "300 Jahre Barockstift St. Florian"

                                             500-Schilling-Silbermünze "700 Jahre Stift Stams"                      500-Schilling-Münze "St. Georgenberg-Fiecht

   
Seit 16. Juni gibt es den Kursmünzensatz 2010 HGH und die neue 5-Euo-Silbermünze
Münzsuche:
Volltextsuche: